Skulpturaler Kristall aus 850 m² Mineralwerkstoff

Der denkmalgeschützte 114m hohe HVB-Tower in München wurde vom Architekturbüro HENN zu einem klimaeffizienten Green Building umgebaut. Im Foyer entfaltet sich über 3 Etagen ein riesiger, aus Mineralwerkstoff gefertigter „Kristall“. Der Kristall fungiert gleichzeitig als Brüstung und räumliche Begrenzung zum Luftraum in der Gebäudemitte. Was wie aus einem Guss erscheint, sind rund 850 Quadratmeter Mineralwerkstoff aus 500 Einzelteilen die millimetergenau zusammengefügt, verschraubt, verklebt und anschließend verschliffen wurden. Für die Fertigung und Montage der Verkleidung wurden Rosskopf + Partner beauftragt.

Die Oberfläche der imposanten Skulptur besteht aus weißem Mineralwerkstoff, welcher ein komplexes Untergerüst aus Stahl-, Aluminium- und Gipsfaserelementen verkleidet. Für die Fertigung und Montage der Stahl- und Aluminiumbauteile zeichnet die Arnold AG aus Friedrichsdorf verantwortlich. Der Metallbearbeitungsspezialist beauftragte seinerseits Rosskopf + Partner für die Oberkonstruktion aus Mineralwerkstoff.

Am sächsischen Standort Augustusburg-Hennersdorf – unserem Kompetenzzentrum für Mineralwerkstoff – haben Rosskopf + Partner fast 850 m² des modernen Oberflächen-Materials verarbeitet. Entstanden sind rund 500 Einzelteile, die von einem 5-köpfigen Team direkt im Tower montiert wurden. Die einzelnen Werkstücke mussten millimetergenau zusammengefügt, verschraubt, verklebt und anschließend verschliffen werden. „Dabei kommt es auf absolut präzises Arbeiten an“, erläutert Sebastian Köhler, Projektleiter bei Rosskopf + Partner. „Da sich der Kristall vom Boden bis zur Decke der einzelnen Etagen schwingt und in das Atrium ragt, war die Montage stellenweise echt knifflig." Voraussetzung für die passgenaue und elegante Verkleidung war die exakte Planung, Fertigung und Ausrichtung der primären und sekundären Unterkonstruktion. Mit der gesamten Ausführungsplanung des 36 Tonnen schweren Kristalls haben HENN Architekten das Dresdner Büro 5D Engineering in Zusammenarbeit mit der Arnold AG betraut. Eine komplexe Aufgabe, wie 5D Geschäftsführer Michael Schob erläutert: „Besonders spannend waren die geometrischen Besonderheiten des Kristalls: Neben spitzen Winkeln und Ecken die auf Null auslaufen, gibt es kaum parallele Flächen. Vielmehr sind alle Flächen in unterschiedlichen Neigungen zueinander angeordnet, es gibt nur wenige identische Bauteile.

Die Architekten entschieden sich in diesem Projekt ganz bewusst für den Verbundwerkstoff aus ca. 75 Prozent natürlichen Mineralien sowie Acryl und Farbpigmenten. Denn Mineralwerkstoff lässt sich fugenlos verkleben, so dass der raumübergreifende Kristall wie aus einem Guss erscheint. Dabei verleiht seine glatte, porenlose Oberfläche dem Werkstoff nicht nur eine hochwertige Optik und angenehm warme Haptik, er ist darüber hinaus äußerst hygienisch und pflegeleicht. Schmutz lässt sich ganz einfach mit Wasser oder einem milden Reinigungsmittel entfernen. Sollten nach langem Gebrauch doch einmal kleine Abnutzungserscheinungen auftauchen, lassen sich diese mühelos wegpolieren. Somit eignet sich Mineralwerkstoff ideal für den Einsatz in täglich beanspruchten Büro- und Arbeitswelten, die lange attraktiv und einladend aussehen sollen. Obendrein ist der Mineralwerkstoff schwer entflammbar nach DIN 4102-1 B1 und entspricht den strengen brandschutztechnischen Vorgaben im HVB-Tower. 

Bautafel

Design: HENN Architekten
Material: Mineralwerktoff HI-MACS®
Ort: München, Deutschland
Zeitraum: 2016
Fotografie: HG Esch Photography