Imposante Wandverkleidung und Tresen aus Mineralwerkstoff

Im Zuge der umfassenden Sanierung eines Londoner Bürogebäudes erhielt auch dessen Foyer einen neuen Look. Mitarbeiter und Kunden genießen jetzt buchstäblich einen strahlenden Empfang: Rosskopf + Partner zeichnet für die Fertigung einer imposant hinterleuchteten Wandverkleidung sowie der skulpturalen Theke aus Mineralwerkstoff verantwortlich.

Sanierung in St. Swithins Lane

In einer schmalen Gasse des Londoner Finanzdistrikts, mitten im alten Stadtkern, vermietet LaSalle Investment Management attraktive Büroräume. Nach den Plänen von Gaunt Francis Architects wurde der 25.000 m2 große Gebäudekomplex 2012 durch das Generalunternehmen The Interiors Group umfassend saniert. Die besondere Herausforderung lag darin, den Charakter des historischen Gebäudes zu erhalten und mit modernen Gestaltungselementen zu ergänzen.

Die über drei Gebäudeflügel verteilten Räumlichkeiten sollten außerdem ein gemeinsames und attraktives Foyer erhalten. Dafür wurde die Fassade mittels vier großflächiger Glasfronten nach außen geöffnet, so dass sich das 175 m2 große Foyer heute transparent und lichtdurchflutetet präsentiert. Doch nicht nur die großen Fensterflächen und zahlreiche LED-Downlights sorgen für einen strahlenden Empfang: Den zentralen Hingucker bildet eine ausgefallene Wandverkleidung aus weißem Mineralwerkstoff – sichelartig geformt, effektvoll hinterleuchtet und mit einer integrierten Sitzmöglichkeit.

Machbarkeit à la Rosskopf + Partner und HI-MACS®

Für die Designentwicklung, Fertigung und Montage haben sich die Architekten mit Rosskopf + Partner einen Verarbeitungsspezialisten für Mineralwerkstoff an die Seite geholt. Je nach Bedarf reicht dessen Leistungsspektrum von der Beratung über das Engineering, die Fertigung und die Montage bis hin zur reinen Distribution der Materialien. In diesem Fall hat Rosskopf + Partner die Fertigung am sächsischen Standort Hennersdorf in gerade einmal drei Wochen ausgeführt. Zuvor wurden die Entwürfe der Architekten durch ein Projektteam aus erfahrenen Ingenieuren und Handwerkern auf ihre Umsetzbarkeit geprüft und Detailfragen genau abgestimmt.

So entschieden sich die Architekten ganz bewusst für die Verarbeitung von Mineralwerkstoff, denn er überzeugt durch ausgeprägte funktionale und ästhetische Eigenschaften, lässt sich fugenlos verkleben und fast grenzenlos thermisch verformen. Für den Einsatz im Londoner Foyer wurde der Mineralwerkstoff HI-MACS® in der Farbe S28 Alpine White erst erhitzt und anschließend in Form gebogen. Was der Betrachter nicht sieht: Die knapp 20 Meter lange und drei Meter hohe Wandverkleidung besteht aus über 30 individuell geformten Einzelpaneelen, die erst vor Ort zu einer homogenen Oberfläche verklebt wurden. Genauso harmonisch schiebt sich eine nachträglich montierte Sitzfläche mit schwarzer Lederpolsterung aus der Wand.

Die hohe Verarbeitungskompetenz von Rosskopf + Partner zeigt sich nicht zuletzt bei der aufwendigen Hinterleuchtung. Ein zur Wandmitte hin verdichtetes Chipmuster aus gut 7.000 unterschiedlich großen und polygonalen Ausfräsungen bietet durch dahinterliegende LED-Lampen einen imposanten Anblick. Lichtbänder ober- und unterhalb der 12 Millimeter dicken Mineralwerkstoffplatten verleihen ihr zusätzliche Raumwirkung.

Strahlender Empfang im gemeinsamen Foyer

In ausdrucksstarkem Kontrast zu der leuchtend weißen Wand stehen moderne Loungesessel in frischen Gelbtönen sowie ein skulpturaler Empfangstresen aus dunkelgrauem Mineralwerkstoff – ebenfalls von Rosskopf + Partner aus HI-MACS® in der Farbe S117 Midnight Grey gefertigt.

Der L-förmige Tresen ist gut vier Meter lang, wobei die keilförmige Spitze mehr als zwei Meter frei über dem Boden auskragt. Mithilfe von verdeckten Stahlseilen wurde die Last des tragenden Korpus deshalb wurde zusätzlich im Boden verankert. Während die geschlossene Front mit seidenmatter Oberfläche vor allem optisch überzeugt, präsentiert sich die Rückseite äußerst funktional: Hier bieten integrierte Einbauschränke sowie offene Regalsysteme ausreichend Stauraum – sogar ein Heizgerät ist verbaut. In die Oberfläche des Empfangstresens ist eine asymmetrische Arbeitsfläche aus farblich passendem Linoleum millimetergenau eingelassen.

Die Flügel des Tresens wurden ebenfalls erst vor Ort verschraubt. Durch die fugenlose Verarbeitung und eine glatte, porenlose Oberfläche ist das Mobiliar aus Mineralwerkstoff resistent gegen Wasser und Schmutz und somit äußerst hygienisch und pflegeleicht. So eignet sich der Verbundwerkstoff aus natürlichen Mineralien, Acryl und Farbpigmenten ideal für den Einsatz in täglich beanspruchten Büro- und Arbeitswelten sowie für stark frequentierte Eingangs- und Empfangsbereiche.

Bautafel

Architekt: Gaunt Francis Architects
Generalunternehmer: The Interiors Group
Ort: London, UK
Zeitraum: 2012
Objekt: Wandverkleidung und Tresen aus HI-MACS®
Fotografie: Constructive Management, Marc Wilson